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Trennungen sind einschneidende Erlebnisse, die häufig starke Einsamkeitsgefühle auslösen können. In diesem Artikel wird dargelegt, wieso nach Trennungen oft ein so starkes Gefühl der Einsamkeit auftritt, sowie was hiergegen getan werden kann.

Fragt man Menschen nach den schwierigsten Zeiten ihres Lebens, werden Trennungen oder Scheidungen immer wieder genannt. Wenig bringt den Alltag und das eigene Leben so sehr durcheinander. Gerade wenn man gemeinsam lebte, vielleicht sogar gemeinsame Kinder hat, ist danach nichts mehr wie es war. Tatsächlich gibt es sogar Untersuchungen, die zeigen dass eine Trennung für das Gehirn gewisse Ähnlichkeiten mit einem Drogenentzug aufweist. Ein zentraler Grund, wieso Trennungen so schwierig sind wird tatsächlich selten diskutiert: Einsamkeit.
Einsamkeit bezeichnet den wahrgenommenen Mangel an sozialen Beziehungen. Offensichtlich ist eine Trennung hier ein Risiko, bricht doch eine der wichtigsten Beziehungen weg, die den eigenen Alltag tief geprägt hat. Der Partner oder die Partnerin ist meist nicht nur für die romantische Liebe zuständig. Häufig verliert man mit der Trennung gleichzeitig die allerengste Bezugsperson. Es fällt genau der Mensch weg, mit dem man Sorgen teilt und bei dem man sich emotional absolut sicher fühlt. Zeitgleich werden alte Freundschaften oft vernachlässigt, gerade wenn ein starker Fokus auf die Familie und romantische Beziehung herrscht. Es lässt sich also sagen: Es ist sehr gut nachvollziehbar, wenn du dich gerade getrennt hast und nun ein Gefühl der Einsamkeit empfindest. Doch wie ich im Folgenden darzulegen versuche, muss das nicht nur zwängend ein Problem sein, sondern es ist auch eine Chance: Nämlich, die Trennung zum Anlass zu nehmen an deinen nichtromantischen Beziehungen zu arbeiten und ein starkes Netzwerk aufzubauen, das auch Trennungen und Krisen übersteht.
Der erste Impuls nach einer Trennung ist oft ein anderer. Viele Menschen wollen die akute Leere in ihrem Leben sofort füllen. Dating Apps versprechen schnelle Bestätigung. Und während das ein absolut nachvollziebarer Impuls ist, so ist er als Strategie gegen Einsamkeit wohl nur mäßig geeignet. Denn eine Kerneinsicht über starke soziale Beziehungen ist es, dass Kontakte ohne eine stabile emotionale Beziehung und Bindung Einsamkeitsgefühle kaum oder nur sehr kurzfristig auflösen können. Im Gegensatz hierzu: Die wohl am besten erforschte und nachweislich wirksame Strategie gegen Einsamkeit ist der Aufbau nachhaltiger und qualitativ hochwertiger Beziehungen. Und das muss keinesfalls eine romantische Beziehung sein! Freundschaften sind oft stabiler und halten länger als etwa Ehen, und sind somit essentiell für ein sozial eingebundenes Leben. Eine Trennung ist also ein exzellenter Moment um genau solche Beziehungen zu reaktivieren, oder gar ganz neu aufzubauen.
Es ist oft gar nicht so schwer, den ersten Schritt zu machen. Hier sind drei bewährte Wege, wie du dein soziales Umfeld genau jetzt nachhaltig stärken kannst:
1. Alte Verbindungen aufleben lassen: Oft verlieren wir Freunde während einer intensiven Partnerschaft etwas aus den Augen. Das ist völlig normal. Melde dich bei den Menschen, die dir früher wichtig waren und dir gutgetan haben. Ein kurzer Text reicht oft schon aus. Ehrlichkeit hilft dabei enorm. Schreibe einfach, dass du an sie gedacht hast und den Kontakt vermisst. Die allermeisten Menschen freuen sich sehr über eine solche Nachricht.
2. Verletzlichkeit zulassen: Echte Verbundenheit entsteht durch Offenheit. Zeige dich genau so, wie du dich gerade fühlst. Sprich über deine Trauer, deine Wut oder deine Unsicherheiten. In der Psychologie nennt man das Selbstöffnung. Genau das schafft tiefes Vertrauen und emotionale Sicherheit. Wenn du dich öffnest, gibst du anderen die Erlaubnis, das Gleiche zu tun. So wird aus einer losen Bekanntschaft eine echte Stütze.
3. Qualität vor Quantität: Du brauchst jetzt keine riesige Gruppe an neuen Leuten. Ein voller Terminkalender schützt nicht vor Einsamkeit. Konzentriere dich auf ein oder zwei Menschen. Suche dir Personen, bei denen du nicht funktionieren musst. Du darfst dort einfach du selbst sein und auch mal schwache Momente zulassen. Diese tiefen Verbindungen geben dir genau den Halt, der dir nach der Trennung fehlt.
Eine Trennung zwingt dich zu einem Neustart. Das ist schmerzhaft und kostet Kraft. Nutze diese Phase trotzdem als Chance für dich selbst. Lerne deine eigenen sozialen Bedürfnisse jetzt besser kennen. Was ist dir in einer Freundschaft wirklich wichtig? Welche Werte zählen für dich?
Soziale Kompetenz lässt sich wunderbar trainieren. Wir bei platoniq glauben fest daran, dass jeder Mensch lernen kann, tiefe und erfüllende Beziehungen aufzubauen. Nimm dir die Zeit, dein emotionales Fundament neu zu gießen. So baust du dir Schritt für Schritt ein starkes soziales Netz auf, das dich heute und in jeder zukünftigen Lebensphase sicher trägt.
Einsamkeit verschwindet nicht einfach so. Sie löst sich, wenn du beginnst, dich selbst und andere wirklich zu verstehen.
In 6 Wochen lernst du: wie Nähe entsteht, wie du Muster durchbrichst und wie du Beziehungen aufbaust, die gut tun.
Du brauchst keine Vorkenntnisse, nur die Bereitschaft, Schritt für Schritt zu wachsen.