Lerne die psychologischen Mechanismen von Bindung und Distanz kennen. Erhalte das kostenfreie Ebook sowie regelmäßige Impulse gegen Einsamkeit direkt per Mail.
Du hast eine tolle Zeit mit einem befreundeten Menschen verbracht. Ihr habt tiefe Gespräche geführt und viel gelacht. Doch plötzlich herrscht absolute Stille. Keine Nachricht wird mehr beantwortet. Anrufe laufen ins Leere. Dieses Phänomen nennt man Ghosting. In der Datingwelt sprechen wir sehr oft darüber. In einer Freundschaft trifft es uns jedoch meist völlig unvorbereitet. Es hinterlässt ein extrem schmerzhaftes Gefühl der Einsamkeit und unzählige offene Fragen.

Kennt ihr Telephobia, den Podcast der ARD? Die Moderatorin Lea unterstützt die Teilnehmenden hier dabei, Telefongespräche zu großen ungeklärten Fragen zu führen, die lange weggeschoben wurden. In einer Folge ist Lilian zu Gast. Sie hat etwas erlebt, das viele von uns erleben, doch über das gerade in Freundschaften fast nie gesprochen wird: Ihre ehemals unzertrennliche Studienfreundin Sarah reagiert eines Tages nichtmehr auf sie, Nachrichten werden nichtmehr beantwortet und Anrufe laufen ins Leere. Gerade im Dating Bereich ist Ghosting, wie man dieses Phänomen nennt, häufig diskutiert. Doch Ghosting in Freundschaften ist genauso real, es trifft uns oft unvorbereitet und hinterlässt ein schmerzhaftes Gefühl der Einsamkeit und Verlassenheit. Lass uns darum darüber reden.
In der Psychologie definiert man Ghosting als den einseitigen Abbruch jeglicher Kommunikation, und zwar völlig ohne eine Erklärung abzugeben. Das bedeutet im echten Leben, dass eine Person von heute auf morgen komplett aus dem Kontakt verschwindet. Nachrichten werden plötzlich ignoriert. Anrufe laufen einfach ins Leere. Es gibt vorher keinen lauten Streit, keine Vorwarnung und vor allem keinen echten Abschied. Die betroffene Person bleibt völlig im Unklaren darüber, was eigentlich passiert ist. Dieser plötzliche Kontaktabbruch entzieht uns jede Möglichkeit, die Situation zu verstehen oder ein klärendes Gespräch zu führen. Genau diese fehlende Antwort macht die Situation emotional oft so unerträglich.
Die Psychologie liefert hier eine sehr entlastende Antwort. Ghosting hat fast nie etwas mit dir als Person zu tun. Es ist vielmehr ein klares Zeichen für eine absolute emotionale Überforderung der anderen Seite.
Hierbei spielt unser Wissen über Bindungstypen eine große Rolle. Menschen mit einem stark vermeidenden Bindungsmuster tun sich mit Nähe und Konflikten extrem schwer. Sobald eine Situation ungemütlich wird oder echte emotionale Tiefe entsteht, schlagen ihre inneren Alarmsysteme an. Das plötzliche Abtauchen ist für sie ein radikaler Schutzmechanismus. Sie flüchten vor der Auseinandersetzung. Ihnen fehlen schlichtweg die emotionalen Werkzeuge für eine offene Kommunikation.
Wir Menschen sind durch und durch soziale Wesen. Ein plötzlicher Kontaktabbruch wird von unserem Gehirn daher wie echter körperlicher Schmerz verarbeitet. Zudem zerstört Ghosting unser grundlegendes Vertrauen. Wir fühlen uns massiv verunsichert. Wir trauen uns danach vielleicht gar nicht mehr, neue Freunde zu finden. Wir haben Angst, uns noch einmal verletzlich zu zeigen. Genau so beginnt ein schleichender Prozess in die tiefe Einsamkeit. Die unsichtbare Mauer der anderen Person wird plötzlich zu unserer eigenen emotionalen Hürde.
Wie gehst du nun mit diesem tiefen Schmerz um? Du kannst den Kontaktabbruch nicht rückgängig machen. Du kannst aber sehr wohl steuern, wie du damit weitergehst. Hier sind drei erprobte Schritte für deine soziale Gesundheit.
1. Gib die Schuld ab: Mache dir immer wieder bewusst, dass das Verschwinden eine Schwäche des anderen ist. Es ist absolut kein Beweis für deine angebliche Unzulänglichkeit. Du hast keine Schuld an diesem stummen Ende.
2. Finde deinen eigenen Abschluss: Warte nicht ewig auf eine Entschuldigung. Eine nachvollziehbare Erklärung kommt beim Ghosting leider fast nie. Du darfst die Freundschaft für dich selbst aktiv beenden. Schreibe zum Beispiel einen Brief mit all deinen Gefühlen und verbrenne ihn danach. So schaffst du dir dein eigenes psychologisches Ende.
3. Bleibe mutig und offen: Lass nicht zu, dass diese eine schlechte Erfahrung dein Herz verschließt. Nicht alle Menschen laufen vor Konflikten davon. Traue dich weiterhin, dich verletzlich zu zeigen. Nur durch diese mutige Offenheit kannst du in Zukunft sichere und gesunde Freundschaften aufbauen.
Wir bei platoniq wissen sehr genau, wie schmerzhaft soziale Ablehnung ist. Gib dir selbst die nötige Zeit für diese Trauer. Mache dir aber jeden Tag aufs Neue bewusst, dass du wundervolle Verbindungen verdienst. Du verdienst Freundschaften, die auch dann bestehen bleiben, wenn es einmal kurz ungemütlich wird.
Einsamkeit verschwindet nicht einfach so. Sie löst sich, wenn du beginnst, dich selbst und andere wirklich zu verstehen.
In 6 Wochen lernst du: wie Nähe entsteht, wie du Muster durchbrichst und wie du Beziehungen aufbaust, die gut tun.
Du brauchst keine Vorkenntnisse, nur die Bereitschaft, Schritt für Schritt zu wachsen.