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Du bist eigentlich ein offener Mensch, aber trotzdem will es mit neuen Freundschaften einfach nicht klappen? Oft suchen wir den Fehler bei uns selbst („Bin ich zu langweilig?“). Doch ein Blick in die psychologische Forschung verrät: Es liegt meist nicht an dir. In diesem Artikel erfährst du 3 psychologische Barrieren, die dich davon abhalten neue Freunde zu finden.

Soziale Beziehungen sind einer der stärksten Einflussfaktoren auf ein gesundes und glückliches Leben. Doch Freunde zu finden ist hart, während alte Beziehungen oft verloren gehen. In einer aktuellen Umfrage berichteten über die Hälfte der Teilnehmer:innen im vergangenen Jahr keine neue Freundschaft geknüpft zu haben.
Doch was genau macht es so schwierig, neue Freunde zu finden?Selbst in großen Städten, in denen man täglich unzähligen Menschen begegnet, ist es herausfordernd, neue Beziehungen aufzubauen. In meiner Arbeit bei platoniq habe ich mit zahlreichen Menschen gesprochen, die von einem Meetup zum nächsten gehen, aber trotzdem keine starken Freundschaften aufbauen können.
Zunächst mag es schwierig sein, aus dem Kontrast zwischen geradezu unbegrenzten Möglichkeiten (Tinder, Vereine, Events) und wenig tatsächlichen Freundschaften Sinn zu machen. Tatsächlich bietet die Psychologie aber mehrere hilfreiche Theorien, die dieses Phänomen erklären.
Hier sind die drei größten Hürden, die zwischen dir und neuen Freunden stehen.
In der Schule oder im Dorf entstanden Freundschaften früher fast „automatisch“. Warum? Wegen des sogenannten Mere-Exposure-Effekts. Dieser psychologische Mechanismus besagt, dass wir Menschen allein dadurch sympathischer finden, dass wir sie wiederholt sehen. Vertrautheit schafft Zuneigung.
Das Problem heute: Unsere moderne Lebensweise arbeitet gegen diesen Effekt. Durch häufige Umzüge, Jobwechsel und die Anonymität der Großstadt fehlt die Beständigkeit. Wir sehen hunderte Gesichter, aber wir sehen sie oft nur einmal. Wer ständig neue Meetups besucht, aber nirgends „Stammgast“ wird, sabotiert unbewusst den Mere-Exposure-Effekt. Es fehlt die notwendige Wiederholung, damit aus einem Fremden ein Bekannter werden kann.
Das zweite Hindernis spielt sich komplett in unserem Kopf ab. Viele Menschen sind eigentlich offen für Kontakt, werden aber von kognitiven Verzerrungen gebremst.
Die bekannteste ist der „Liking Gap“: Studien zeigen, dass wir systematisch unterschätzen, wie sympathisch wir auf andere wirken. Nach einem Gespräch denken wir: „Ich war zu still“ oder „Bestimmt fanden die mich langweilig“.Aus Angst vor Ablehnung nutzen wir dann Sicherheitsverhalten:
Für das Gegenüber wirkt dieses Verhalten jedoch nicht wie Unsicherheit, sondern wie Desinteresse oder Arroganz. So entsteht eine selbsterfüllende Prophezeiung: Wir wirken unnahbar, weil wir Angst haben, nicht gemocht zu werden.
Wir unterschätzen massiv, wie viel Zeit eine Freundschaft zum Wachsen benötigt.Ein Insta-Reel zu liken, dauert nur eine Sekunde. Bis jedoch eine echte, tiefe Verbindung zwischen zwei Menschen entsteht, vergehen etliche Stunden. Wir leben in einer Zeit der schnellen Belohnung, doch Vertrauen lässt sich nicht abkürzen.
Eine Untersuchung von Jeffrey Hall (University of Kansas) hat konkret gemessen, wie viel Zeit wir gemeinsam verbringen müssen, bis eine Bindung stabil ist:
Das Problem bei vielen unverbindlichen Gruppen-Treffen oder einmaligen Veranstaltungen ist die fehlende Regelmäßigkeit. Ein einziger netter Abend reicht nicht aus. Um auf diese hohe Anzahl an „Investitions-Stunden“ zu kommen, braucht es Beständigkeit über Monate hinweg. Wer zu schnell aufgibt, weil es nach zwei Treffen noch nicht „gefunkt“ hat, bricht den Prozess ab, bevor die Freundschaft überhaupt eine Chance hatte.
Die gute Nachricht ist: Sobald du diese drei psychologischen Mechanismen kennst, bist du ihnen nicht mehr hilflos ausgeliefert. Du kannst sie aktiv nutzen, um deine Situation zu verändern:
Oft fühlt sich die Suche nach Anschluss anstrengend an. Wir denken, wir müssten uns verstellen oder extrovertierter sein, damit es klappt. Doch das ist ein Trugschluss.Wie wir gesehen haben, kämpfen wir meist nicht gegen unsere Persönlichkeit, sondern gegen unsichtbare psychologische Mechanismen.
Die gute Nachricht ist: Sobald du diese Barrieren – wie den Liking Gap oder die fehlende Beständigkeit – einmal durchschaut hast, verlieren sie ihre Macht. Du verstehst plötzlich, dass eine Gesprächspause kein Desaster ist und dass Vertrauen einfach Zeit braucht.
Mit diesem Wissen nimmst du Hürden nicht mehr persönlich. Der Weg zu neuen Freunden ist kein unlösbares Rätsel mehr, sondern ein Prozess, der mit jedem Schritt leichter und entspannter wird.
Einsamkeit verschwindet nicht einfach so. Sie löst sich, wenn du beginnst, dich selbst und andere wirklich zu verstehen.
In 6 Wochen lernst du: wie Nähe entsteht, wie du Muster durchbrichst und wie du Beziehungen aufbaust, die gut tun.
Du brauchst keine Vorkenntnisse, nur die Bereitschaft, Schritt für Schritt zu wachsen.